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Das Vikariat Pernau wird 1806 eigene Pfarrei

 

 

 

 

 

 

 

Organisation
der
Pfarrey Pernau

l .) Dieses Vikariat, welches bisher zur Pfarrey Nieder=
aschau gehörte, aber imer durch einen eigenen Ex-
positus versehen wurde, bildet für die Zukunft ei=
nen eigenen Sprengel, und erhält einen Pfarrer
nebst einem Hilfspriester.

2.) Zu seinem ehemaligen Umfange, wird ihm noch
die bisher zur Pfarrey Prien gehörig gewesene
Cooperatur Hittenkirchen, jedoch mit Ausnahme der
Weiler Pfaffing, Gibing, Wimpasing, Vachendorf,
Scherging, und Irgerting /: welche der Pfarrey Fraß=
dorf eingeteilt werden :/ beygelegt, so, daß ihr künf=
tiger Seelenstand von 478, auf 749, Individuen steigen
wird.

Erinnerungen hierüber von Seite des
Fürstbischofes von Chiemsee

Diese bisherige Expositur soll zur selbstständigen
Pfarrey erhoben werden, und auch einen Hilfspriester
erhalten .Allein in dem kleinen Pfarrhause ist
keine Wohnung für einen Hilfspriester, es fragt sich
allso wie für die Erbauung derselben gesorgt werden wolle.
So lange in Pemau kein Hilfspriester untergebracht werden kann,
werden auch die bisher in Hittenkrichen alle 2te Sonn=
täge und an den Festen des Herrn üblichen Gottesdienste
unterbleiben, und die Hittenkirchener werden sich nach Per=
nau, wo nach der bereits gemachten Bemerkung die
kleine Kirche z. Zt. Neueingepfarrte nicht aufnehmen
kann, oder in eine fremde Kirche begeben müssen.
Alle Schwierigkeiten würden gehoben, wenn Hittenkirch.
als eine der Pfarreÿ Prien, wie bisher untergeord=
nete Cooperatur, und Pernau, als einfache Expossi=
tur beÿbehalten würden.

 

 

Schon im August 1806 beklagt sich Pfarrer Hengeler bei der zuständigen Finanzverwaltung über den Zustand seines "Pfarrhofes".

      

 

            Königlich Baierisches Rentamt Fischbach !

Was leicht vorauszusehen war, ist auch bereits in Er=
füllung gegangen. Daß die Dachung der Pfarr=
wohnung äußerst baufällig, hievon ist schon vor ein paar
Monathen Bericht abgestattet worden. Durch die starken
Regengüße sind nun auch wirklich die Weißdecken schon
angegriffen, und ziemlich beschädigt; von dem hintern
Theile des Hauses ist durch einen Windstoß ein Theil abgeris=
sen, und Niemand will es wagen, der großen Gefahr we=
gen, indem die Seitenpfahle alle abgemodert, und zerfault
sind, eine Reparation vorzunehmen.

     Dieses will man dem Königl: Baierischen Rentamt
gehorsamst berichten, mit der unterthänigsten Bitte, solches
möchte sobald als möglich an die einschlägige Behörde Bericht
erstatten, damit in Bälde abgeholfen, und noch großem
und kostspieligem Beschädigungen vorgebeugt wird.

 

      Ich empfehle mich ganz gehorsamst
      Dem Königlich Baierischen Rentamt Fischbach
      Pemau den 8t August 1806

PS.
Wenn nicht bald abgeholfen wird, so bin

ich noch gezwungen meine wenige Futte=         Benno Hengeler Pfarr.
rey des Verderbens wegen bey einem
benachbarten Bauern einzulegen, das sehr
beschwerlich und mühsam fällt.