zurück zum Vorwort      ein kleiner Rückblick     

 

Der Bernauer Kirchenchor

(Heute „Chorgemeinschaft St. Laurentius")
Leitung: Christl Diwischek - Tel. 08052 - 2707
Chorproben: jeden Mittwoch 20 Uhr - Pfarrheim

 

 

 

 

 

Die folgende Notiz aus der Pfarrchronik von Pfarrer Arsenius Wankmüller aus dem Jahre 1834 läßt auf die damals ernste Absicht schließen, in Bernau einen Kirchenchor,  unterstützt von Musikern ins Leben zu rufen. Ob unmittelbar darauf oder später ein Chor gesungen hat, geht aus der Pfarrchronik leider mit keinem Hinweis hervor.
 

           

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„Obere Emporkirche oder Musikchor. 

             Das Gotteshaus in Pernau sollte auch anderen Pfarrkirchen der Kirchenmusik gleich werden. Da nun die Gotteshäuser Prien, Frasdorf u. Aschau immer einer wohlbesetzten, gut bestellten Kirchenmusik sich erfreuen, so sollte es auch in Pernau um so leichter werden, weil Pfarrer und Lehrer Musiker sind und mit bestem Willen anderen Unterricht erteilen wollen. Es wurde bereits der Versuch mit Sängerinnen und Geigern schon gemacht, u. es lässt sich ein schnelles Fortschreiten bey dem großen Eifer, Fleiße u. Geschicklichkeit des provisorischen Lehrers Max Pitzer u. der Geneigtheit der Gemeinde für die Kirchenmusik allerdings erwarten. In dies. Falle sollte die obere Emporkirche ganz Besitztum der Musiker werden, was aber ungeachtet alles Bemühens von Seite des Pfarrers nicht ganz gelang, in dem Jos. Guggenbichler, Aufinger zu Aufing nur auf 2 Stände von den 4en verzichtet."

 Pernau, 14. Juli 1834, A.M. Wankmüller, Pfarrer

  

Aus der Aufzeichnung von Pfarrer Joh-Baptist Sittler (1895 - 1921)  fällt folgende für den damaligen Kirchenchor wichtige Notiz aus dem Jahre 1896 auf:

 

                    „In diesem Jahr wurden für die Kirchenmusik bedeutende Reformen getroffen, indem Werke nach dem Geiste des Cäcilien-Vereins für die Kirche angeschafft und die alten weniger kirchlichen Compositionen ad acta gelegt wurden. Verweser Walser und Lehrer Decker nahmen sich eifrig um die Sache an; die Chormusiker traten dem Pfarr-Cäcilien-Verein bei."

 

 

Auf Grund fehlender Aufzeichnungen aus jener Zeit ist anzunehmen, dass es erst mit Lehrer Ludwig Maier, der von 1868 - 1893 als Schulleiter wirkte, einen funktionierenden Chor gab. Sein Nachfolger im Amt, Joseph Decker, übernahm dann diesen Chor von 1893 - 1912 (siehe auch die Auflistung über die Dirigenten, Solisten und Organisten).

Ihm folgte Schulleiter Engelbert Engelländer von 1912 - 1926, Johann Auer von 1926 - 1928 und schließlich Otto Hilz von 1928 - 1937.

 

Pfarrer Sebastian Huber erwähnt anlässlich der Einweihungsfeier der neuen Kirche im Jahre 1926 in der Pfarrchronik:

„ Den Chorgesang leitete Chorregent Marxmüller (Prien), der Chor war im Oratorium untergebracht" (obere Sakristei).

Weitere Chorleiter Ende der 30er und 40er Jahre waren Max Bornschlegel, Stephan Osterhammer (auch Geiger u. Sänger) und aushilfsweise Hans Obermaier.

 

Erstaunlich war nach dem 2. Weltkrieg ein spektakulärer Neuanfang im Jahre 1948 unter Hans Schweizer, einem ehemaligen Militärmusiker u. Angestellten der JVA, der u. a. die große Rheinberger - Messe in C-Dur für Soli und Orchester mit 60 Mitwirkenden zur Aufführung brachte. Aufgrund beruflicher Veränderung verließ Hans Schweizer Bernau und zog nach München.

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       Danach übernahm Theo Porzel die Chorleitung bis 1986.

 

       Im Jahre 1972 wurde Theo Porzel vom Ordinariat

 

       des Erzbistums München-Freising für sein

 

       verdienstvolles Wirken in der Kirchenmusik
 

        geehrt.

 

 

 

 

 

 

Organisten waren unter ihm die Lehrer und Schulleiter Johann Heigenhauser bis 1953, Karl Müller (war von 1953 - 1983 Cellist und vertrat Theo Porzel als Dirigent) sowie Rudolf Schwaiger.

In dieser Zeit waren auch Frau Widmann und ihr Sohn Albert eifrige Chormitglieder. Jahre später hat Albert Widmann seine Beobachtungen in einem "flapisgen" Essay über den Chor nieder geschrieben. Albert Widmann sollte dem Willen seiner Mutter nach im Kirchenchor ursprünglich einmal Geige spielen. Doch daraus wurde nichts; Albert, ein Schüler von Dirigent Porzel vergaß zum Geigenunterricht einmal die Übungsnoten, einmal den Bogen und selbst den leichte Geigenkasten aufgrund der "vergessenen" Violine will er nicht bemerkt haben - deutlicher kann die "Abneigung" zum Erlernen der Geige nicht sein. Albert Widmann nahm später Gesangsunterricht und wurde ein sehr guter Bariton.
 

Glanzvolle Messen u. a. von Haydn, Mozart, Schubert, Bruckner, Rheinberger und Nicolai wurden aufgeführt, ( siehe auch Rückblick ) wobei im Orchester immer wieder hervorragende Instrumentalisten aus den Nachbargemeinden Bad Endorf und Halfing, sowie Riedering mitwirkten, oder zufällig in Bernau weilende Urlaubsgäste den ohnehin sehr starken Chor (siehe Mitgliederliste 1963/1964) verstärkten, wie Mitglieder die der Bayer. Staatsoper (u. a. der exzellente Paukist Ludwig Porth), der Münchner Philharmoniker und des Südwestfunk - Orchesters (- hier: H. Pütz, Solo - Oboist des Rundfunksorchester des Südwestfunks sowie H. Klörfeld, Konzertmeister -  Violine, ebenfalls Südwestfunk-Orchester, der zusammen mit Christa Pretzl das "legendäre" Ave Maria von Cerubini und sonstige Solopartien zur Aufführung brachte)  (siehe Auflistung der Messen).

 

 

Nach den Routiniers Heigenhauser, Karl Müller und Rudolf Schwaiger drängte die Jugend nach - Johanna Weingartner (siehe re. Bild).
Im Gegensatz zu ihren Brüdern von Johanna Weingartner, die alle ein Blasinstrument spielen und der Bernauer Blaskapelle angehören, erlernte Johanna Weingartner das Orgelinstrument.

Dabei brachte sie es in kurzer Zeit zu großem Können und wurde im Jahre 1983 vom Ordinariat als Organistin bestätigt.

Johanna Weingartner lebt heute in Söchtenau.

 

Später war noch Christl Schwaiger in der Pfarrei Bernau Organistin; von ihr übernahm schließlich H. Breuer diese Aufgabe.

 

 

 

Auf Theo Porzel, der 1990 starb, folgte 1989 Heide Obermaier,

 

die den Chor bis 1998 leitete.

 

Beide fühlten sich insbesondere der Tradition der großen lateinischen

 

Messen verpflichtet, wobei Heide Obermaier während ihres Wirkens

 

dennoch bereits einige Spirituals und Gospelgesänge einstudierte und

 

mit großem Erfolg aufgeführt hat.

 

Heide Obermaier erweckte auch als damalige Gründerin eines

 

Bernauer Kinder- und Jugendchors   (gibt es leider nicht mehr)

 

das Adventssingen im Jahre 1981  zu neuem Leben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Christl Diwischek  aus Aschau, die den Chor seit 1998 leitet, legt u. a.

 

einen Schwerpunkt auf die Kirchenmusik von Komponisten verschiedener

 

Epochen und Stilrichtungen, auch gegenwärtiger Komponisten, aber auch,

 

wie Heide Obermaier, auf Chorsätze und  a capella - Gesang.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der von ihr ins Leben gerufene Frauenchor der Chorgemeinschaft


St. Laurentius singt seit Februar 2004 regelmäßig auf Beerdigungsgottesdiensten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im  2 - Jahresturnus wird dieser schöne Brauch von Christi Diwischek


mit dem Chor und einheimischen Volksmusikgruppen und Bläsern fortgeführt.
 

 

 

 

 

 

 

   

 

 

Darüber hinaus wirkt der gesamte Chor seit Bestehen an Pfarrfamilienfeiem, Hochzeiten

in und um Bernau sowie zu verschiedenen kirchlichen Anlässen mit.

 

 

 

  

 

 

(Zusammenfassung von Hansjörg Decker, Chormitglied)